IRONMAN und IRON(wo)MAN

IRONMAN Klagenfurt 2019 - Yvonne MostNach dem Rennen ist vor dem Rennen – mal ein Zwischenstand (10.07.2019): IRONMAN Frankfurt – da gibt`s eine sehr kurze Zusammenfassung von Rogers Hauptwettkampf und die wird noch kürzer, je größer der Abstand zu diesem Event wird: Angekommen und gesund geblieben. Das war am heißesten Tag des Jahres bei 40°C im Schatten tatsächlich eine Höchstleistung – 1/3 aller Starter haben das nicht geschafft. Medaille und Finisher-Shirt wurden sehr, sehr hart erkämpft!

Eine Woche später – IRONMAN Klagenfurt – Yvonne`s Hauptwettkampf: Mein Ziel war von Anfang an der Altersklassensieg (F 55-59).

Ehrlich gesagt hatte ich nach Frankfurt totale Angst, dass das auch so eine Pleite wird. Wir haben viel trainiert, investiert, Radpositionen eingestellt/einstellen lassen, Trainingslager usw. und dann kommen Ergebnisse, die man locker ohne Training schaffen kann? Da muss man schon eine Elefantenhaut haben um noch stark bleiben zu können…

IRONMAN Klagenfurt 2019 - Yvonne MostAlso Wetter war natürlich auch, Hitze nur bis Samstag; für den Renntag waren moderate Temperaturen und leichte Gewitter vorhergesagt (auf welcher Wetter APP auch immer). Das war schon sehr beruhigend. Der See hatte 27°C und zum Schwimmstart schien nach einem nächtlichen Gewitter die Sonne – was bedeutete IRONMAN Feeling und Neoverbot für alle (das war auch gut so). Die Start-Zeremonie dauerte tatsächlich 1 Std. – ich startete 38 min nach dem Kanonenschuss – 3.000 Athleten gingen mehr oder weniger einzeln im großen Abstand ins Wasser. Also die berühmten Bilder vom Massenstart und brodelndem Wasser kann man sich nur noch bei einschlägigen Dorftriathlons ansehen. Sehr schade und für mein Empfinden ist der Rolling Start ungerecht und unübersichtlich. Es ist am Ende eben nicht immer derjenige Sieger, der als erster im Ziel ist und die Bedingungen sind auch nicht für alle gleich. Auch für mich waren die 3,8 Schwimm-Km irgendwann beendet und das eigentliche Rennen konnte beginnen. Um die Schwimmperformance doch noch ein bisschen zu verbessern, leistet ich mir bereits vor 3 Jahren einen ultrateuren Schwimmanzug – der Stoff sorgt dafür, dass das Wasser abperlt und der Anzug wie ein Kompressionsstrumpf eng anliegt und somit eine bessere Schwimmfähigkeit ermöglicht. Mag sein, bei mir hatte das sicherlich nicht ganz solche großen Auswirkungen, aber es beruhigte. Die Schwimmzeit war gewohnt mäßig und für mich unauffällig, ich lag auf AK-Platz 11 (von 30) und zur führenden 20 min zurück. Jetzt musste der Wechsel und natürlich der Rest klappen. Tatsächlich schaffte ich es auch vom Schwimmausstieg bis zum Wechselbeutel den Schwimmanzug bis zur Hälfte runter zu streifen und meinen Triathlonanzug richtig anzuziehen. War gar nicht so einfach, aber die Strecke war ja lang genug. Im Wechselzelt erfolgt dann der Rest, allerdings hab ich verpeilt, den Schwimmanzug ganz auszuziehen und fuhr sage und schreibe 180 km mit diesem wärmenden Kompressionsbeinkleid. Farblich zum Lenkerband abgestimmt in pink und celeste…! Auf der Radstrecke hatte ich dann zu tun, meine Gedanken zu sortieren – ziehste das Ding jetzt aus und gibst das irgend jemandem oder schmeißt es in den Straßengraben…? die Sitzposition war äußerst unbequem, man rutscht und ruckelt, alles tut weh…außerdem war das flatternde Oberteil auch nicht aerodynamisch - also ausziehen ? Vlt. bei km 100 – da stand Roger. Ich verwarf den Gedanken, da ich kurz zuvor 3 gelbe Startnummern (eigene AK) überholte, da wollte ich keine Zeit mit Umziehen vergeuden und die 80 km würden dann ja auch noch gehen…

Bei Rad-km 150 zog dann das erwartete „leichte“ Gewitter auf. Es wurde schwarz und kurz vor dem Rupertiberg ging die Welt unter – zumindest sah es so aus – Windböen, Blitze, es goss in Strömen, die Straße wurde zum Bach und die bis dahin drückende Wärme von teilweise 30°C reduzierte sich auf 14°C. Nässe und Abfahrten sind für mich eine der größten Herausforderungen, ich freute mich jedesmal, wenn es einen Gegenhang gab, zitterte aber extrem und das weniger vor Kälte. Schließlich war ich ja warm angezogen. Nach einer Stunde Regenfahrt (6 Std. gesamt) ging es dann endlich auf die Laufstrecke –mit neuem Outfit und dank des Schwimmanzugs warmen Oberschenkeln und einem ganz breiten Lächeln! Ja, Laufen geht immer, außerdem gibt`s da regelmäßig was zu Essen und man hat ja schon soo viel geschafft. Nach dem Wechsel lag ich dann endlich auf 2 mit Tendenz nach vorn.

Der Halbmarathon zeigte 1:48 Std. Das heißt für mich plus 2 Std. für den Rest (geht auch meistens auf). Die 18 km-lang zuckenden und krampfenden Waden hätten nicht unbedingt sein müssen, aber die Laufstrecke hat so einige Rampen und da kann das halt passieren. Die letzten 10 km taten so richtig weh, aber wandern is nicht – tut genauso weh und dauert noch länger. Inzwischen hatte ich Vorsprung, den ich auch ausbaute – am Ende waren es 24 min! Cool! Auch wenn die letzten Meter wahnsinnig schmerzten und man sich zum Schluss noch eine Zielrampe hoch wuchten musste, war ich doch super zufrieden und glücklich!

Ziel erreicht 1. Platz in der AK Wertung - das wollte ich! Bei meinem inzwischen 11. IRONMAN war es die bisher schnellste Marathonzeit (3:47 Std.)! (Gesamt: 11:30 – S 1:33/B 6:00/R 3:47)

IRONMAN Klagenfurt und Frankfurt 2019 - Yvonne Most und Roger PieruschkaWas sagt uns das – wir hatten gut trainiert und eigentlich nicht restlos alles falsch gemacht, man kann sich noch steigern und hat noch Potenzial… und nach dem Rennen ist vor dem Rennen! Den Hawaii-Slot hab ich nicht genommen – da hat man doch danach auch keine Ziele mehr…

Und die Kokosnuss-Schale (Hawaiianisches Podium Platz 1-5) ist noch nicht zu den Akten gelegt!

Y. Most

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