IRONMAN WORLD CHAMPIONSHIP Hawaii

Yvonne Most beim IRONMAN Hawaii 2016Ja, das Rennen aller Rennen! Ich war also am 08.10.2016 zum 2. Mal dabei und es sollte der Saisonhöhepunktwerden – wurde es auch! Die Vorbereitungen liefen gut und ließen auf ein passables Ergebnis hoffen. Immerhin trat ich als Deutsche Meisterin und Europameisterin in der Altersklasse W 50 bis 54 an. Der IRONMAN in Hawaii ist jedoch anders als der durchschnittliche IRONMAN – klar, die Distanzen mit 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Rad und 42,2 km Lauf sind vorgegeben – schließlich haben sie hier ihren Ursprung - aber ansonsten ist es Mythos Hawaii – eben anders.

Bereits 2014 wurde mir klar, hier kommt es besonders auf`s Schwimmen an. Durch den späten Start der Frauen (45 min nach den Profis) und mit schlechter Schwimmzeit bekommt man besonders viel von den ungünstigen Windverhältnissen auf der Radstrecke zu spüren. Es klappt dann auch nicht mehr, das Feld von hinten aufzurollen – Radzeit und Gesamtzeit sind dann einfach desolat. Das wollte ich beim 2. Hawaiistart natürlich anders haben, nicht nur schön ankommen, sondern ein vorzeigbares Ergebnis. Also brauchte ich hierfür weitere Unterstützung. Die Devise lautete: besser und schneller schwimmen und Rad fahren – Laufen geht ja immer. Dass das insgesamt richtig gut hingehauen hat liegt nicht nur daran, dass ich es wollte, sondern verdanke ich doch Einigen:

Besonders Roger – meinem Lebens- und Trainingspartner, Trainer und bestem Mechaniker. Er motivierte mich, absolvierte mit mir fast alle Trainingseinheiten und kümmerte sich akribisch um mein Rad. Außerdem motivierte mich mein Schwimmtrainer Bastian Dobrowald (meinschwimmcoach.de), der mir sehr geduldig die Abläufe zeigte und wichtige Tipps gab, die ich während der gesamten Schwimmstrecke immer wieder hörte. Weitere Unterstützung erhielt ich von MONA (MONAKTIV) – durch gezieltes Athletiktraining und vor allem mental.

Wie alle Triathleten hatte auch ich im Vorfeld mit diversen Zipperlein zu kämpfen. Die ÄRZTEGESELLSCHAFT DR. BEHRENDT (CHIROPRAKTIK, SPORTMEDIZIN) konnte mich wieder „arretieren“, so dass die kleinen Fehlstellungen, die mich teilweise erheblich beeinträchtigten in beeindruckender Weise mit wenigen Handgriffen behoben wurden, so dass ich schmerzfrei trainieren konnte. Das RADHAUS LEIPZIG verhalf mir zu einem wettkampf- und hawaiitauglichem Vorderrad, damit Windböen mich nicht in die Lava wehten. Außerdem gab`s die beste Unterstützung bei der Wahl der Wettkampfbekleidung. Und nicht zuletzt konnte ich im Sportstudio AKTIVFORUM Leipzig in den letzten Wochen der Vorbereitung wann immer ich wollte Laufband und Geräteeinheiten absolvieren. Vom RSV Speiche Leipzig wurde ich in diesem Jahr ebenfalls aktiv unterstützt.

Dass ich so viel Unterstützung bekam hätte ich nie gedacht und noch besser fand ich ja, dass sich viele wegen mir die Nacht um die Ohren schlugen und den Live-Ticker verfolgten, mir die Daumen drückten und mir Durchhaltevermögen schickten. Ich denke das hat geholfen – ein bisschen Esoterik gehört unbedingt dazu.

Wie lief`s denn nun ab?

In der Rennwoche steigt die Spannung von Tag zu Tag. Man will natürlich ruhig bleiben, aber permanent schwimmende, radelnde und laufende Triathleten bereiten einem ständig ein schlechtes Gewissen. Aber ich blieb doch ziemlich gelassen, denn gleich am 1. Tag unserer Ankunft schwammen wir mit Delphinen – ich war hin und weg. Zwei Delphin-Schulen unter uns, natürlich keine GoPro mit, aber total beeindruckend! Am nächsten Tag sah ich noch in der Bucht am Pier die kleine Meeresschildkröte – das gab mir dann doch ein gutes Gefühl. Hinzu kamen die Wetterprognosen mit relativ normalen Windverhältnissen (also keine 6 bft! wie beim letzten Mal).

Montag begann der RUN auf die Triathlon- Expo, Dienstag gab`s die Startunterlagen und somit das Athletenband, ab Mittwoch werden Tribünen und Zielgerade aufgebaut, Donnerstag kommt der Wechselgarten - der Parkplatz am Pier dazu - alles bestens durchorganisiert.

…und dann kann`s losgehen.

Check in und somit Radabgabe war am Freitag und Samstag früh war es dann soweit. 2.400 Athleten starteten – die Profi-Herren 6:25 Uhr, die Damen 6:35 Uhr. 6:55 Uhr wurden die Age-Group- Männer und 7:10 Uhr dann alle 700 Frauen auf die Reise eines langen Tages geschickt. Alles gut getimed, denn kurz nach dem Frauenstart kamen die ersten Profis bereits aus dem Wasser.

So und wie war`s nun bei mir?

Schwimmen 1:18:33 Std. Wechsel Rad 3:51 min

Schwimmen ging gut, hatte immer eine Gruppe vor mir, zum Schluss konnten wir sogar eine Männergruppe aufschwimmen, so dass ich mit blauen und pinken Badekappen aus dem Wasser kam. Leider gibt`s kein Foto, weil Roger mit mir 10 min später gerechnet hatte , schließlich hatte ich mich um 20 min im Vergleich zu 2014 verbessert.

Rad: 6:11:04 Std. Wechsel Lauf 3:12 min

Ich wählte wegen der Hitze den Zeitfahrhelm ab, konnte mich dadurch besser kühlen. Die Hinfahrt bis Hawi ging abschnittsweise richtig gut, zwischendurch gibt`s aber eine heftige Gegenwindpassage. Nach der Wende kommt die gefürchtete Abfahrt, Dank der Windverhältnisse war diese sogar großteils auf dem Auflieger zu fahren. Leider sind die letzten 60 km mit straffem Gegenwind und großer Hitze zu bewältigen. Erschwerend war, dass an 2 Verpflegungsstellen das Wasser aus war. Ich hatte zwar gehofft, auf der Radstrecke schneller zu sein, aber im Vergleich war die Zeit dann doch ganz annehmbar.

Lauf: 4:06:58 Std

Nach der Radeinheit hatte ich ganz schön gekocht, später auch festgestellt, dass ich mir den Rücken trotz Sonnencreme mit LSF 50 und Trikot verbrannt habe.

Die erste Verpflegungsstelle nach der Wechselzone ist mehr als 2 km entfernt (sonst jede Meile – 1,6 km). Den kleinen Anstieg gleich zu Beginn japste ich hoch und hoffte, dass ich nicht explodiere, bald in Tritt komme und ein bisschen Kühlung erhalte. Aber die Zuschauer jubeln und das treibt einen an. Ab km 3 wird`s dann normal – Verpflegung passt und Kühlung geht gut – Schwamm in den Nacken, Wasser über den Kopf und Eis in den Ausschnitt, 1 -2 Becher Cola und nochmals Wasser zum reinigen - alles im Laufschritt – bis zur Palanii Road, dort wuchtet man sich einen nicht enden wollenden 400m Anstieg hoch und kriegt oben die Quittung mit km-Zeit 6:25 min (1min langsamer als zuvor). Das bereits bei km 17. Danach beginnt erst der Marathon auf dem Highway…da muss man stark bleiben. Irgendwann kommt endlich der Abzweig zum Energy Lab und man denkt sich: so wie die, die dir entgegen kommen wirst du nicht aussehen – du wirst lächeln. ½ Stunde später bist du auf dem Rückweg hoch zum Highway und lachst, aber siehst wahrscheinlich genauso aus wie die vorhin…

Ich schaffte noch 3 Verpflegungsstationen ohne Licht, die letzten 8 km musste ich dann im Dunkeln laufen – aber es war nicht mehr weit - noch 3 Anstiege und dann Palanii runter und ins Ziel mit dem schnellsten Laufkilometer des Marathons…

Wahnsinn – darauf hatte ich mich gefreut - ein ohrenbetäubender Zuschauerjubel auf den letzten 300 m, ich war total glücklich und hörte schon meinen Namen – und war total kaputt.

Gesamt:11:43:38 Std. Platz 14 der AK (von 77), gesamt: 312 (von 700)

…nach 2 Tagen mit ein bisschen Wehmut, dass es nicht die Top Ten, sondern „nur“ die Top 15 wurden und 2 Tagen Extrem-Muskelkater und Blasen wie Luftballons an den Füßen ist wieder alles vergessen. Ich kann mich fast wieder normal bewegen und freue mich über mein Ergebnis. 45 min Verbesserung zu 2014 und immerhin 14. Platz aller Frauen meiner AK - weltweit…

Mal sehen, was als nächstes ansteht…

Aloha Yvonne Most

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