Ironman World Championchip von Leila und Alex

Leila Künzel und Alexander Martin beim Ironman World Championchip in Hawaii 2015Es war unser großer Traum und Wunsch dieses Jahr an der Startlinie des legendären Ironman Hawaii zu stehen.

Der Ironman Hawaii ist der älteste und auch gleichzeitig bekannteste und spektakulärste Ironman, der seit 1978 auf der Inselgruppe Hawaii stattfindet. 2015 haben die Ironman-Teilnehmer zum 37. Mal inmitten der Lavalandschaft gekämpft. Und wir waren mittendrin.

Alles rund um unser Rennen gibt es hier: http://www.facebook.com/ironman.hawaii.2015

Für Triathleten gibt es keinen größeren Tag als den des“ Ironman World Championchip“ auf Hawaii - Big Island. Im Anschluss waren wir noch 10 Tage auf Maui. Erlebnisse wie der Schildvulkan Haleakala und die Road to Hana werden unvergesslich bleiben. Aber noch spektakulärer waren die 7 Tage auf Kauai. Die Insel ist ein Paradies. Wir sind den schönsten Trail der Welt gelaufen – den Kalalautrail, durften mit Delphinen auf dem Wasser sein, haben das wunderschöne Städtchen Hanalei besucht und die besten Surfer der Welt in ihrem Element bewundert. Hawaii sollte jeder einmal im Leben besucht haben. Me pumehana aloha an die TSG Leipzig GmbH und den RSV Speiche.

Die Rennberichte von Alex und Leila:

Aloha von Alex

Es neigt sich eine lange Saison zu Ende, mit dem krönenden Abschluss beim Ironman Hawaii dabei gewesen zu sein. Morgens klingelte der Wecker um drei Uhr, dies war bereits das dritte mal dieses Jahr. Die Radflaschen waren vorbereitet, die Sachen waren schon alle gepackt und zum Teil am Vortag schon abgeben worden. So brauchten wir bloß noch zu Frühstücken um kraftvoll in den Tag starten zu können. Im Wechselbereich angekommen, stieg die Anspannung und es war gleichzeitig ein unbeschreibliches Gefühl. Das größte Spektakel überhaupt, was ein LangdistanzTriathlet erleben kann.

Nun waren die letzten Vorbereitungen am Rad zu treffen und jede einzelne Minute zu genießen ... und der Countdown bis zum Start lief. Nervös war ich nicht, da man nach Sieben absolvierten IRONMEN eine gewisse Routine hat. Aber es war mein ganz besonderer Wettkampf und darauf freute ich mich so sehr. Ein letzter Blick auf die Uhr, noch ist eine halbe Stunde Zeit vor meinem Start. Die Sonne erwachte langsam und ich begab mich zum Einschwimmen zusammen mit Leila.

Da standen wir zusammen im Einschwimmbereich, eine letze Umarmung, wobei mir dann auch ein paar Tränen flossen. Wahnsinn mit Leila zusammen am Start stehen zu dürfen. Dann wurde es ernst, runter zum Pier ins Wasser. Ein letzter Blick zu tausenden Menschen die sich rund um dem Start versammelt haben. Wahnsinn... Dann der berühmte Kanonenschlag, geil.

Und es ging auf 3,86 Kilometer schwimmen, na ja eher eine Prügelei im Meer.

Es war schon ein tolles Gefühl im offenen Meer zu schwimmen. Nach 1:15 hatte ich wieder Boden unter den Füßen. Hatte mir im Wechselbereich die Zeit genommen um mich vom Salzwasser zu befreien und mich mit Sonnencreme eincremen zu lassen. Was anfangs keine gute Idee war, denn ich hatte mir beim Schwimmen den Hals am Schwimmsuit aufgerieben, was in Verbindung mit Sonnencreme wie Feuer brannte. Und ab ging es auf die Radstrecke, die anfangs ca. 10 km durch Kona führte, wo rechts und links zahlreiche Leute uns zujubelten- Gänsehaut pur. Danach ging es 170 km auf dem endlos langen Highway entlang an Lavastellen wo die brutale Sonne unser treuer Begleiter war. Doch das alles war egal, denn wir waren auf Big Island beim Ironman Hawaii- der Hammer.

Der Radfahren verlief ganz gut und der Wendepunkt in Hawi hatte uns mit einem kleinen Schauer begrüßt, fast alle Elemente der Erde waren vertreten Regen, Sonne und natürlich Wind. Nach 5.23 Std. war das Radfahren auch erledigt und nun stand noch ein kleines Läufchen bevor?

Entlang des legendären Ali'i Drive, der auch mit begeisterten Zuschauern gefühlt war. Ich konnte schnell mein Laufpace aufnehmen und so vergingen Kilometer für Kilometer bis zur Wende am Ali'i Drive. Auf dem Rückweg hielt ich dann Ausschau nach Leila die mir entgegen kam. Und dann sah ich sie. Kurz angehalten, kleinen Smalltalk und eine kurze Umarmung, Küsschen und mit dem Wissen, dass bei ihr alles gut war, ging es wieder in den Laufmodus. Der nächste Wendepunkt war das Energy Lab.

Es war ein großartiges Gefühl von dort aus zurück zu laufen, obwohl es noch 10 km waren und eine alte Marathon Weisheit besagt, der Marathon beginnt erst ab Kilometern 30-davor ist alles Spaß. Aber auch das war egal, denn ich wusste, dass ich meinem Ziel mit jedem verstrichen Kilometer näher kam und dass ich Leila nochmal kurz sehe. Und so war es dann auch. Leila kam mir entgegen - wieder angehalten, wieder ein kurzer Talk, Umarmung und Kuss.Wieder mit dem Wissen, dass es bei ihr soweit läuft, ging es für mich in Richtung Ziel. Es war ein Gefühl, das kann man kaum beschreiben. Sich von den Zuschauern feiern zu lassen und zu wissen, dass ich bei einer Weltmeisterschaft dabei war!

Im Zielbereich eingebogen, habe ich es einfach nur noch genossen, mich mit zahlreichen Leuten abgeklatscht die sich mit mir freuten. Den Marathon beendete ich in 3:45 Std. und im Zielbogen stand die Gesamtzeit von 10.33 Std. Ein lang ersehnter Traum ging in Erfüllung und das wir es zusammen genießen durften, setzte dem ganzen die Krone auf oder den Lei (hawaiianischer Blumenkranz) um.

Mahalo Alex

Leila:

Infos zum Raceday

Das Ziel für mich war, die Atmosphäre aufsaugen und alles zu genießen. Ich war dabei, beim Mhytos Ironman Hawaii. Seit vorigem Jahr ist es für ein faires Rennen so geregelt, dass zuerst die Profis starten. Eine halbe Stunde später alle Alterklassenmänner und 15 Minuten nach den Männern alle Frauen. Ich hatte also das Vergnügen mir 3 Starts anzusehen. Und dann war es soweit. Mit einem Kanonenschlag pünktlich 7:10 Uhr ging es zum 3 mal in diesem Jahr in ein Ironmanrennen. Mittlerweile ist ja schon alles Routine :)

Ich dachte, bei einem reinen Frauenstart geht es mit weitaus weniger Prügelei im Wasser zu, aber das Gegenteil war der Fall. Eine einzige Katastrophe auf dem ersten Kilometer. Danach habe ich meine Rhythmus gefunden und konnte das Schwimmen im herrlich blauen Aquarium genießen. Nach 1:10 h hatte ich Land unter den Füßen, nahm mir die Zeit mich vom Salzwasser zu befreien und mit Sonnencreme einreiben zu lassen. Und schon ging es auf den 180 km langen Radkurs. Die ersten 10 km ging es um Kailua-Kona herum, die legendäre Palani-Road entlang und dann Richtung Hawi. In Kona wurde ich fast nur überholt und das, obwohl sich die Beine gut anfühlten. Das änderte sich alles nach den ersten 40 Kilometern und so sammelte ich Frauen und Männer wieder ein. Ob die anderen am Anfang überzockt haben? Der Radkurs war grandios. Wellen zum Drücken, so wie ich es mag.

Richtung Hawi wurde es windig und in Hawi hat es geregnet. Aber im Großen und Ganzen war Pele gütig an diesem Tag. Dafür gab die Sonne alles. Wolkenlos, schwül und erbarmungslos heiß. Es war das fairste Rennen, was ich je erlebt habe. Es wurde kein Windschatten gefahren. Die 5:35 h auf dem Rad waren so schnell vorbei, dass ich in aller Eile vergessen habe, meine Garmin vom Rad abzumachen. Also ging es ohne Pace auf die Laufstrecke. Die ersten Meter waren schrecklich. Dazu kam noch, dass am Ali'i drive das Eis zum Kühlen und Redbull alle waren. Aber ohne Energie geht leider auch nicht viel.

Also schleppte ich mich von einer Verpflegungsstelle zur nächsten. Unterwegs trafen Alex und ich uns. Zeit für ein paar Umarmungen und ein kurzes Austauschen. Es blieb mir nichts anderes übrig als ein paar Schlucke Cola am Verpflegungspunkt zu trinken. Fataler Fehler, denn es drehte sich der Magen einmal rum. Unterwegs standen die besten Supporter und weil das Motto genießen war, nahm ich mir die Zeit für ein paar kurze Gespräche. Auch mit Coach Ben wechselte ich ein paar Worte. Oben an der Palani Road hatte ich mich wieder gefangen und es ging wieder ins flüssige Laufen über. Im legendären Energylab lief es für mich wieder gut und Alex und mein Weg kreuzten sich erneut. Kurz umarmt und weiter ging es. An jedem Verpflegungspunkt gab es eine Dose Redbull und so konnte ich die Palani Road noch in der Dämmerung passieren.

Kurz vor dem Zieleinlauf standen Alex und die besten Supporter. Einmal alle umarmt-soviel Zeit muss sein und dann ging es mit ausgestreckten Armen und Give Five in die Zielgerade. Unbeschreiblich. Meinen Zieleinlauf wollte ich aufsaugen, einfach genießen. Und so ging ich die letzten Meter und genoss. Einen besonderer Gruß wurde nach Hause geschickt, an eine ganz besondere Person in meinem Leben und natürlich an alle die mitgefiebert haben und uns die Daumen gedrückt haben. Viele Emotionen waren bei dem Wettkampf dabei. Ironman Hawaii-sollte man einfach mal erlebt haben.

Anything is possible. Jetzt wird relaxt.

Aloha Leila

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