"Stoneman Road" - Drei Tage Abenteuer im Erzgebirge

Stoneman Miriquidi Road vom 05.-07. Juni 2020

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1. Tag

"Stoneman Road" - 01Am Freitagmorgen war es soweit, 6:30 Uhr ging es mit dem Auto nach Zinnwald zum Hotel Lugsteinhof. Hier wurden die 3 Sportler Rene und Maurice vom RFC Markkleeberg sowie Robin vom RSV Speiche schon erwartet. Ausgestattet mit den obligatorischen blauen Stempelkarten ging es pünktlich 9:00 Uhr auf die Räder. Das Wetter war gar nicht so schlecht wie vorhergesagt, angenehme 10 Grad und ein Mix aus Sonne, Wolken und leichtem Nieselregen. Schon nach den ersten Kilometern von geplanten 100 begannen die Schwierigkeiten, das GPS Signal war verschwunden und das blieb es auch. Aber die 3 ließen sich natürlich davon nicht abschrecken und sammelten fleißig weiter Kilometer für Kilometer, immer in Kontakt mit dem Begleitfahrzeug um die Streckenführung halbwegs zu finden. Es kam wie es kommen musste, nach den ersten beiden Etappen riss der Kontakt jedoch mangels Telefon- und Internetverbindung komplett ab und sowohl die Sportler wie auch das Begleitfahrzeug mussten sich allein durchschlagen. Das Ergebnis war ein Anruf aus Freiberg. Huch, das lag ja so gar nicht auf der Stonemanroute. Dank Begleitfahrtzeug war man recht schnell wieder auf Kurs und die Sportler nutzten die Fahrt im Auto für eine Mittagspause. Danach ging es ohne weitere Zwischenfälle mit ein paar unerheblichen Zusatzkilometern (ca 30) zum Ziel des 1. Tages „Niederlauterstein“. Den Abend genossen die Sportler und Begleiter in der wunderschönen Pension Bergblick in Pobershau, bei selbstgekochtem Gulasch mit Semmelknödeln und einem entspannten Gang in die vorhandene Infrarotkabine. Fazit: Tag 1 geschafft, auf ein Neues …

2. Tag

"Stoneman Road" - 02Zeitig ging es auch am zweiten Tag los, mit Haferbrei im Bauch und Rädern auf dem Auto erfolgte der Transfer der 3 Stonemänner zum Startpunkt „Niederlauterstein“. Der Himmel war bedeckt und verhieß irgendwie nichts Gutes. Am Start dann schon die ersten Tropfen aber Dank der App „Komoot“ wenigstens auf dem richtigen Kurs. Telefon und Internetkontakt war wieder aussichtslos und so hoffte man sich gesund und munter am vereinbarten Treff vor dem Ritt auf den Fichtelberg wieder zu sehen. Zwischendurch ein abgehackter Anruf „Irgendwas kaputt … angefahren … nicht weiterfahren?“ Das klang nicht so richtig gut, war es auch nicht. Eine Carbonfelge an Renes Rad hatte beschlossen, die Tour im wahrsten Sinne des Wortes einfach abzubrechen, sie konnte wohl nicht mehr, gab quasi gebrochen auf. Zum Glück und Dank Leihgabe eines Laufrades vom RFC Markleeberger Trainer Daniel Mühlbach konnte das Versorgungsfahrzeug zeitnah mit Ersatz aushelfen. Die Kinder, inzwischen völlig nass vom stärker werdenden Ragen wärmten sich derzeit im Auto auf und futterten so ziemlich alles in sich hinein, was sie finden konnten. Rene reichte ein Riegel und schon ging es nach erfolgreicher Reparatur auf den Fichtelberg. Nun ja, der zeigte sich auch nicht von seiner nettesten Seite. Fieser Nieselregen kroch in jede Ritze, es ging nur noch bergauf, die Kräfte schwanden und die Motivation auch. Besonders Maurice hatte hier schwer mit seiner nicht besonders günstigen Übersetzung in den Bergen zu kämpfen, immer die Bergziege Robin mit locker leichter Trittfrequenz vor sich. Was für eine Leistung von ihm eben nicht das Rad in die Ecke zu werfen. Mit teilweise 6 kmh kämpfte er sich Kilometer für Kilometer weiter nach oben, lange keine Aussicht auf den Gipfel. Anerkennend ist zu erwähnen dass keiner auch nur ein einziges Mal am Fichtelberg abgestiegen ist! Hut ab vor dieser Leistung! Vom Begleitfahrzeug aus sah der Niesel inzwischen wie Schneegriesel aus und das Thermometer zeigte noch 6 Grad an. Mit einem ziemlich mulmigen Gefühl durfte das Fahrzeug kurz vor Tellerhäuser aufgrund einer Baustelle mit Vollsperrung wenden und musste die 3 ihrem Schicksal überlassen. Nach einer Stunde kam die erlösende Nachricht, sie sind oben und kommen gleich wieder runter gefahren, inzwischen klatschnass aber erstaunlich frisch und zufrieden. Weiter ging es zum Bärenfels, ein wirklich böser und steiler Stich, der den Fahrern noch einmal alles abverlangte. Ja auch einige Schiebepassagen waren nötig, der Akku war bei Manchem einfach zu leer. Das war allerdings kein echtes Problem, nach einer gemeinsamen Pause und entsprechender Stärkung mit Cola und Kuchen war man sich schnell einig auch noch die letzten 32 km zu schaffen. Durch die Reparatur und den damit verbundenen Zeitverlust würde es spät werden. Aber auch die letzte wunderschöne Etappe wurde bei inzwischen herrlichstem Sonnenschein gemeinsam bewältigt und völlig erschöpft aber glücklich holten sich die 3 ihr letztes Stempelloch am Aussichtsturm „Dreibrüderhöhe“. Ab ins Auto, schnell Nudeln mit natürlich selbstgekochter Bolognese schaufeln und dann ins Bett fallen war Eins. Ein lieber Dank geht an Dirk den Koch für das hervorragende Essen, was schon auf dem Tisch stand als die Sportler aus der Dusche sprangen. Was für ein Service.

Fix noch die Garmins gecheckt, 130km …was für ein Wahnsinn.

3. Tag

"Stoneman Road" - 03Heute fiel das Aufstehen besonders Robin ein wenig schwer aber gut gestärkt mit Rührei schaffte er es dann doch noch pünktlich angezogen am Auto zu erscheinen.Ein Blick zum Himmel verriet „Na super, wieder Regen….“. Schon beim Abladen der Räder auf der Dreibrüderhöhe waren alle nass, da hat man doch gleich doppelt Lust auf 90 läppische Restkilometer. Da schon das Wetter schlecht war, sollte ja aber wenigstens der Rest funktionieren, das GPS Signal klappte seit dem 2. Tag hervorragend. Aber wenig später dann die Ernüchterung, ein Anruf der Sportler „Robins Schaltbowdenzug ist gerissen“. Na super, innenliegende Züge kann man nicht auf die Schnelle im Dauerregen wechseln. Also fuhren die 3 inzwischen ordentlich durchnässt erst einmal weiter. Robin hatte noch einen Gang, berghoch lief das wie am Schnürchen, jedoch auf geraden Abschnitten und bergab sah man den berühmten Hamster im Laufrad nicht vorwärts kommen. Am Rande muss man erwähnen, dass diese Etappe überwiegend runter und gerade ging. Mit dem Gesicht zur Faust geballt ertrug Robin die Schmach jedesmal der Letzte unten zu sein, wo er doch bergauf immer der Erste war. Durchgefroren, nass bis auf die Unterwäsche bekamen wir aber unerwartet Hilfe aus der Misere. Zum Sonntagmittag wurde Robins Rad fachmännisch von Dirk Eger (Pulsschlag Olbernau) repariert. Satt, in trockenen Wechselsachen und –schuhen, mit funktionierender Schaltung konnten die 3 Sportler ihre Fahrt vorsetzen. Ein herzlicher Dank dafür geht an Dirk Eger vom Pulsschlag-Radladen. Mit nur einem Gang hätte Robin wahrscheinlich Licht am Rad gebraucht. Nun ging es flott die restlichen Kilometer, siehe da, auch das Wetter hatte ein Einsehen und es hörte auf zu Regnen. Pünktlich und vom Begleittrupp schon sehnsüchtig erwartet erschienen alle Fahrer gemeinsam im Ziel am Hotel Lugsteinhof. Dort bekamen sie von der stark beeindruckten Hotelangestellten ihre Stoneman Trophäen überreicht. Laut ihrer Aussage haben den Stoneman Road noch keine 11 und 12 jährigen Kinder gewagt und geschafft.

Nach 333km (mit Spritztour nach Freiberg), 5500Hm, Unmengen vertilgter Riegel, Gele und Traubenzucker, Beutel voller nasser Radwäsche, schmutzigen Rädern, Helmen und Schuhen ging es auf den Rückweg nach Leipzig. Beide Kinder waren sich einig: „Wir wollen nur noch nach Hause …. und wann machen wir das wieder?“

… keine Sorge, die nächsten Aktionen dieser Art, vielleicht in größerer Gruppe, sind in Planung. Es gibt da noch den Stoneman MTB, den Bikeman (Pulsschlag) und natürlich kann man die Stoneman Road Etappen auch einzeln fahren. Lasst euch überraschen….

Claudia

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